Workshop P5

Qualitative Methoden – Wie geht qualitative Forschung?  

Univ.-Prof. Dr. Herbert Kalthoff und Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger

Qualitative Forschungsmethoden sind seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil der empirischen Forschung in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Zu den "qualitativen Forschungsmethoden" zählen die
- Interviewforschung,
- die direkte Beobachtung vor Ort (Ethnographie),
- die Analyse von Gesprächen und Diskursen sowie
- die Analyse von Filmen, Fotographien und anderen Dokumenten.

Unter dem Dach der "Qualitativen Forschung" sammeln sich somit sehr unterschiedliche methodische Ansätze, die auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen theoretischen Vorstellungen die soziale Welt erforschen wollen. Gemeinsam sind ihnen folgende Aspekte: Erstens ist man der Auffassung, dass sich viele soziale Phänomene nicht statistisch berechnen lassen; zweitens will man Theorien nicht testen, sondern aus dem empirischen Material hervorbringen; und drittens soll es das Ziel der Forschung sein, Sinn und die Bedeutung des Handelns zu rekonstruieren. Der Workshop gibt einen Einblick in die praktische Umsetzung dieser Methoden und zeigt, wie aus empirischem Material (Daten) sozial- und geisteswissenschaftliche Analysen werden.

 

Zur Person Univ.-Prof. Dr. Herbert Kalthoff

Herbert Kalthoff ist seit 2008 Professor für Wissens- und Bildungssoziologie sowie für qualitative Methoden an der Universität Mainz. Er war Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln, a.o. Professor für Soziologie an der Zeppelin University in Friedrichshafen, Gastprofessor am Institut für Höhere Studien in Wien und Visiting Scholar an der London School of Economics and Political Science. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Konstanz und an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder, an deren Fakultät für Kulturwissenschaften 2003 auch die Habilitation erfolgte. 1995 promovierte er an der Universität Bielefeld. Sein Studium der Soziologie an der EHESS (Paris) bei Pierre Bourdieu und den Universitäten Hannover und Bielefeld, schloss er 1991 mit einem Diplom in Sozialwissenschaften ab. Er war Forschungsstipendiat der DFG und von 2002–2008 Vorstand bzw. Sprecher der DGS-Sektion Methoden der qualitativen Forschung.